Produktpflege von Silberschmuck

Wie schützt man Silberschmuck vor unschönem Anlaufen?

Silberschmuck läuft gerne einmal an. Besonders bei täglichem Tragen und wärmeren Temperaturen, kann es sein, dass sich das Silber verfärbt und seinen schönen hellen Ausdruck verliert. Doch warum ist dies so? Das dunkle Anlaufen, häufig auch richtig Schwarz, geschieht durch das im Silber enthaltene Silbersulfid. Je nach Menge des Schwefelwasserstoffs der in der Umgebung des Silbers enthalten ist läuft der Schmuck entsprechend schnell an. Auch die Schweißkonzentration und Zusammensetzung des Schweißes desjenigen, der den Schmuck trägt ist von großer Bedeutung, wie schnell und in welchem Ausmaß Silber anläuft.

Schweiß setzt sich aus einer Vielzahl an Säuren und Wasser zusammen. Dazu kommen Hormone und natürlich auch die Lebensumstände sowie die Ernährung der entsprechenden Person. Daraus ergibt sich ein Gemisch, das leicht säuerlich ist und das Silbersulfid im Silber angreift. Dieses wird dadurch zu einer entsprechenden Reaktion verleitet und verfärbt sich schwarz. Damit läuft Silber bei höheren, schweißtreibenden Temperaturen deutlich schneller an.

Mittels Beschichtungen, welche auf das Silber aufgetragen werden, kann das Anlaufen des Schmuckes verhindert oder minimiert werden. Zum Schutz des Silbers werden dünne Lackschichten auf das Schmuckstück aufgetragen, welche das Anlaufen verzögern sollen.

Mittels Schmucklegierungen kann ebenfalls das Anlaufen verzögert werden. So ist Silberschmuck häufig in der Legierung 925er Sterling Silber zu finden. Dabei handelt es sich um Silber, das 925 von Tausend Teilen Silber enthält. In der Regel wird zu dieser Legierung Kupfer gegeben, da es die nötige Härte in das Silber bringt, denn Silber ist bekanntlich sehr weich.

Möchte man eine Legierung mit Silber erhalten, die nicht anläuft, so muss man 700 teile Silber und 300 Teile Palladium legieren. Diese Legierung wird nur auf Wunsch hergestellt und ist entsprechend mit Kosten verbunden, da auch Palladium einen hohen Preis aufruft.

 

Das Reinigen von angelaufenem Silberschmuck:

Die mechanische Reinigung:

Um Silber zu reinigen, kann mittels einem Poliertuch, das mit Chemikalien versehen ist, können verfärbte Silbersulfidschichten am Silber abgelöst werden. Heute werden auch spezielle Silberputztücher aus Mikrofaser angeboten.

 

Ultraschallbad:

Eine weitere Reinigungsmöglichkeit für Silber ist die Verwendung eines Ultraschallbades.

Dabei wird der zu reinigende Gegenstand in ein Wasserbad gelegt und in diesem dann ein Ultraschallfeld erzeugt. Dieses Feld ruft Wellen hervor, die Schmutz und Verunreinigungen vom zu reinigenden Silber lösen können. Solche Geräte sind ab ca. 20 Euro, für ein kleines Gerät zur Reinigung einzelner Schmuckstücke, in nahezu jeder Preisklasse, bis zu großen, industriell nutzbaren Geräten, verfügbar.

 

Die chemische Reinigung des Silberschmucks:

Wer seinen Schmuck nicht selber reinigen möchte oder kann, der hat die Möglichkeit dies beim Profi erledigen zu lassen. Dabei gibt der Juwelier oder Schmuckhändler den zu reinigenden Schmuck in ein Bad aus verschiedenen Chemikalien. In großen Teilen wird hier meist Thioharnstoff zugegeben, der auf keinen Fall die Haut berühren darf. Dieser Stoff ist hochgiftig und wird nach der Behandlung des Schmuckes von diesem abgereinigt.

 

Die elektrolytische Reinigung des Silberschmucks:

Mit einer elektrolytischen Reinigung wird das Silber in einem Wasserbad gebadet. Bevor das Silber in das Wasserbad gegeben wird, umhüllt man es mit Alufolie. Dann wird das Wasserbad leicht erwärmt, nicht gekocht oder erhitzt. Nun wird dem Wasser 1 TL Salz zugegeben. Diese Mischung verursacht eine Rückwandelung des Silbersulfids in Silber und Schwefelwasserstoff. Der Schmuck ist anschließend frei von Verfärbungen. Dies kann natürlich nur mit wasserdichten Schmuckstücken durchgeführt werden. Für Uhren ist diese Methode gänzlich ungeeignet.

Schmuck aus Silber bekommt schnell eine schwarze Patina. Um sie zu entfernen, verwendet man Silberreinigungsmittel auf Aluminium-Basis. Das erwähnte Silberbad ist ein altes Hausmittel. Dazu nimmt man eine Plastikschüssel heißes Wasser und gibt die zu reinigenden Gegenstände zusammen mit einem nicht zu knappen Stück Alufolie und einem Teelöffel Salz hinein. Was mit dem Schmuck passiert ist reine Chemie. Im Kontakt mit Luft und Körpersubstanzen lagert sich auf dem Silber eine Schwefelschicht an. Um sie zu entfernen, braucht es ein zweites Metall, wie zum Beispiel Aluminium, das anstelle des Silbers mit dem Schwefel eine Verbindung eingeht.

Je nach dem Grad der Verschmutzung darf der Prozess max. 5 Minuten dauern. Mit kaltem Wasser würde es länger dauern. Wird das Silber nicht sauber, nehmen Sie es heraus, waschen es ab und legen Sie es in ein neues Bad, eventuell mit etwas mehr Salz und Alufolie.

Bei dieser Reinigungsmethode ist es allerdings wichtig, dass das Silber nicht zu lange in der Lösung liegt, da es sonst angegriffen und matt wird. Außerdem muss es sofort nach dem Reinigungsvorgang aus der Lösung entfernt werden und mit klarem Wasser abgewaschen, sowie mit einem Silberputztuch trockengerieben werden.

 

Die richtige Aufbewahrung von Silberschmuck

Silberschmuck möchte luftdicht und trocken gelagert werden. Idealerweise bieten sich hier entsprechende Schmuckkasten an, die gepolsterte und ausreichend verschlossene Fächer für Silberschmuck anbieten. Wird dies berücksichtigt, so wird das Silber nicht mit dem Schwefelwasserstoff der Luft in Berührung kommen und auch daher nicht mit diesem reagieren.

Um den Reinigungsaufwand für Silber möglichst klein zu halten ist es auch notwendig, dass das Silber richtig aufbewahrt wird. Dringend sollte bei der Aufbewahrung von Silber Feuchtigkeit vermieden werden, da es sonst sehr schnell wieder anläuft. Auch Stoffe wie Filz oder Leder sind ungeeignet, da diese Schwefelverbindungen absondern, die das Silber wiederum verunreinigen. Das Beste ist es also Silber in trockenen Baumwoll- oder Leinentüchern aufzubewahren, wodurch der Anlaufprozess hinausgezögert werden kann.

 

Schmuckpflege

Wer seinen Schmuck regelmäßig ordnungsgemäß reinigt, wird sehr lange Freude an dessen Schönheit haben.

Schmuck sollte nie bei der Hausarbeit, wie Abwaschen oder putzen getragen werden. Auch sollte er generell bei handwerklichen Tätigkeiten, sowie der Gartenarbeit abgelegt werden. Schweiß schadet dem Silber und daher sollte beim Sport möglichst auf Schmuck verzichtet werden. Auch unter der Dusche können Seife und Shampoo dem empfindlichen Edelschmuck gefährlich werden. Daher auch hier am besten den Schmuck ablegen.

Auf keinen Fall sollte Schmuck im Solarium, beim Sonnenbaden oder sogar in der Sauna getragen werden.

Schmuck aus Gold, Silber, Perlen oder anderen Edelmetallen und mit Steinen, sollten niemals mit Chlor- oder Salzwasser in Berührung kommen. Daher sollte beim Schwimmen, wenn möglich, auf Schmuck verzichtet werden.

Während des schminkens und frisierens sollte kein Schmuck getragen werden. Der Grund hierfür ist, dass Schmuck auf die Inhaltsstoffe in Parfüm, Cremes, Sprays, Haarlack und Make-Ups negativ reagieren können. Auch sollte Schmuck nicht mit Ölen oder Fetten, wie in Handcreme oder beim Kochen vorhanden, in Berührung kommen.

Zur Reinigung des Schmucks, nur ein weiches Tuch verwenden. Häufig genügt das abreiben mit einem Silberputztuch, um leichte Verschmutzungen vom Schmuck abzureinigen.

Schmuck sollte stets einzeln gereinigt werden, sonst könnten sich Steine gegenseitig zerstören und die Schmuckstücke könnten durch die Reibung aneinander große und irreparabel Schäden von sich tragen.

Zur Reinigung der Schmuckstücke keine Reinigungsmittel oder Lösungen verwenden, da diese Chemie dem wertvollen Metall oder den Perlen schaden kann. Steine verlieren bei Berührung mit diesen Mitteln meist ihren Glanz, der nicht wieder hergestellt werden kann.

 

Die schonende Reinigung ist die Beste

Um Verfärbungen oder Verschmutzungen von der Oberfläche des Schmuckes zu entfernen, genügt es in der Regel das Silber in ein Reinigungsbad zu geben. Auch die Reinigung mit einem sanften Silberputztuch bringt meist deutlich sichtbare Ergebnisse.

Ist das Silberstück satiniert oder mattiert, kann die Reinigung auch mit speziellen Bürsten und Putzschwämmen erfolgen. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass in Richtung der Struktur gebürstet wird und nicht zu fest aufgedrückt wird.